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Bald wird es dunkel, aber der zunehmende Mond und die Stirnlampe spenden Licht. Immer wieder tauchen steinerne Inschriften aus dem Dunkel auf, hölzerne Tore; Zeichen für die Verehrung des Fuji als einem heiligen Ort. Der nächtliche Wald, der Schatten des Berges unter den Sternen, die frische, klare Luft – all das macht es mir schwer, mich an den Plan zu halten, und nach vier Stunden auf 2000 Meter Höhe schließlich den Aufstieg zu unterbrechen.
Mit allem bekleidet, was der Rucksack hergibt, eingewickelt in eine dünn beschichtete Folie, fällt es schwer, Schlaf zu finden. Zudem ist es Zuhause jetzt gerade mal Nachmittag. Die Temperatur liegt etwas über Null, und gelegentlich muss ich aufstehen, um mich springend aufzuwärmen. Gegen zwei Uhr nachts bin ich froh, wieder aufbrechen zu können.
Bald ist die Waldgrenze erreicht, und über Schotter und zerklüftetes Lavagestein geht es zunehmend Steil die Flanke des Berges hinauf. Vorbei an den jetzt geschlossenen Hütten, die nur im Juli und August, wenn die Japaner den Berg, der bis 2300 Meter Höhe per Bus zugänglich ist, stürmen. Der Lichterschein des Ballungsraumes Tokio mit seinen 20 Millionen Menschen erhellt den Horizont, aber es dauert lange, bis sich auch die Morgendämmerung einfindet.
Eine Viertelstunde vor sechs, kurz vor Sonnenaufgang, dann der Kraterrand: Es ist ein wenig bewölkt und kalt im Wind, hier und da liegt Schnee. Eine Stunde brauche ich für den Weg um den Krater herum, die Aussicht zu jeder Seite und auf die im Morgenlicht sich blass abzeichnende Küste genießend. Dann bin ich durchfroren, und froh, wieder absteigen zu können.
Zur Mittagszeit, nach fast zwanzig Stunden, 48 Gehkilometern und mehr als 6000 Höhenmetern, sitze ich wieder im Zug zurück nach Narita. Vor dem Heimflug am nächsten Morgen schlafe ich fünfzehn Stunden. Nie zuvor bin ich diese Strecke so ausgeruht geflogen, und so zufrieden.
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