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In San Miguel, Arizona, erregen meine morgendliche Startversuche schon die Aufmerksamkeit und den guten Rat einer kleinen Gruppe hilfsbereiter Weltkriegsveteranen, die am winzigen, kakteengesäumten Flugplatz mit seiner rissigen Startbahn ihr jährliches Treffen abhalten. Aber dann läuft er wieder, der Motor, und auch nach der Mittagspause in Cochise County, in dieser indianisch rotbraunen Weite, gibt es keine Probleme. Weiter nach Socorro, New Mexico, mit einem weiten Bogen über die riesige Anordnung auf Schienen laufender Radioteleskopen dort in der Wüste, vorbei an einem schneebedeckten Gipfel, Landung. Und dabei bleibt es auch erstmal.
Aber das merke ich erst am nächsten Morgen, als der Flugplan nach Taos in den Bergen New Mexicos schon aufgegeben ist, und der Motor, trotz aller inzwischen als erfolgreich etablierten Tricks, einfach nicht starten will. Es muss wohl die dünne Luft der Höhe sein, vielleicht auch in Kombination mit Trockenheit oder Temperatur. Nach ungezählten Versuchen gebe ich auf am menschenleeren Flugplatz, rufe ein Taxi, besorge einen Mietwagen, und erreiche einen Mechaniker, der sein Kommen für den nächsten Morgen anmeldet. Socorro, das heißt Hilfe.
Wenn man ein paar Tage mit dem Flugzeug unterwegs war, ist das Auto eine Umstellung. Auf gut Glück losgefahren, erstreckt sich vor mir kilometerweit der Sperrzaun des ehemaligen Atomwaffentestgeländes White Sands. Also nach Süden, und so erreiche ich den Bosque del Apache.
Dieser Wald ist nach mitteleuropäischen Vorstellungen eher spärlich, zudem zeigen viele Bäume die Spuren sommerlicher Brände. Schwarz ragen ihre Konturen in den klaren Wüstenhimmel. Dazwischen windet sich der Rio Grande, verbreitert sich, speist Nebenarme und flache Lagunen und gibt zigtausenden von Zugvögeln Winterquartier. So auch den letzten Schreikranichen, den größten Vögeln Nordamerikas, die gelegentlich trompetend am Himmel ihre Kreise drehen, gut von den unzähligen kleineren Kranichen zu unterscheiden.
Der Nachmittag schreitet voran, Gras und Schilf leuchten im späten Licht, geben den Blick auf immer wieder andere Vögel preis, auf Koyoten und Wild. Darüber wie ein Teppich die Musik der unzähligen Vogelstimmen. Es ist kühl, aber nicht kalt; Schwärme von Vögeln erheben sich und sinken nieder, ziehen als Schattenriss an der untergehenden Sonne vorbei. Als die Sonne die Berge berührt, geht über den aus dem Wasser ragenden Baumstümpfen der volle Mond auf.
Am nächsten Morgen, nach einigen Feineinstellungen an der Einspritzung und dem Reinigen der Zündkerzen: Der Motor startet beim ersten Versuch. In Taos hat sich das Wetter verschlechtert, und ich nehme lieber Kurs nach Süden. Über den Bosque del Apache hinweg im Steigflug: Und froh, dass mich die Technik zum ungeplanten Aufenthalt hier gezwungen hat.
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