einsichten: Desert Center  

 


Streifenverzierung
   
     
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

DESERT CENTER

Ankunft mit leichtem Fieber, verlegten Atemwegen und trüben Augen: Die vorfrühlingshafte Milde der kalifornischen Sonne entschädigt für die Hektik in der raumgreifenden Stadtwüste von Los Angeles. Am nächsten Morgen nur schnell eingekauft, Taschentücher bereitgelegt, Papiere unterschrieben... Start hinein in diesen blauen Himmel mit Kurs nach Osten, auf eine Lücke in den Bergen zu.

Hier endet sie abrupt, die Stadt, und es beginnt die Wüste, durchschnitten noch von Fernstraßen und planförmig angelegten Städtequadraten, Leitungen und bewässerten Feldern, aber seltener, immer seltener, je weiter man kommt.
Unvermittelt aus dem Sand auftauchende Berggrate wie die halb verschütteten Knochengerüste ausgestorbener Urtiere, dazwischen eine winzige Siedlung und in einigem Abstand eine Landebahn.Kein Flugzeug weit und breit, kein Mensch, Landung. Stille. Die Luft warm und trocken, der Asphalt aufgeheizt von der Sonne, Die Hektik der Stadt, die Anspannung der Reise, vergessen. Windstille, die Karten weit ausgebreitet, alle Möglichkeiten stehen offen. Zeit, zu lesen, ein einfaches Abendessen zu kochen, während die Sonne sinkt, Gräser und Gesträuch sich rot und röter färben, der Mond über den Bergen aufsteigt, Federwolken den Himmel zeichnen.
Bald nach Sonnenuntergang lockt der Schlafsack. Die Nacht wird kühl, spät verabschiedet sich der Mond. Und doch, am nächsten Tag – keine Spur mehr von einer Erkältung.